# Brockenmarathon Rennbericht

Brockenmarathon Rennbericht

Am Vorabend  des Brockenmarathons erreichte ich mit meiner Familie Wernigerode im Harz. Nach der Ankunft holte ich im dortigen Rathaus meine Startunterlagen ab und wir sahen uns noch etwas auf der Expo um. Danach genehmigten sich meine Familie und ich, uns noch ein deftiges Abendessen im Brauhaus Wernigerode um die Energiespeicher aufzufüllen. Ich tat dies mit leckeren Käsespätzle. Gegen 21:00 Uhr gingen wir dann ins Hotel, denn ich musste noch meine Ausrüstung für den bevorstehenden Marathon vorbereiten. Der Wetterbericht versprach nichts Gutes. Jedoch die Versprechungen waren genau mein Wetter...

Auf dem Brockengipfel sind für kommenden Samstag Temperaturen von 5°C (gefühlt -3°C) und stark böige Winde bis 70 km/h vorhergesagt. 

 

Der Renntag

Am Samstag Morgen begann mein Tag um 06:30 Uhr, der Wecker klingelte. Dann hieß es ausgiebig frühstücken um dem Körper ausreichend Energie zuzuführen, jedoch mit genügend zeitlichen Vorlauf um Bauchschmerzen und Verdauungsprobleme auszuschließen. Kurz nach 08:00 Uhr begab ich mich zusammen mit meiner Familie zum Start an die Himmelspforte. 

Aufwärmen vor dem Start

09:00 Uhr, der Startschuss fällt

Als der Startschuss um 09:00Uhr gefallen war, lies ich es erstmal gemächlich über  die ersten fünf Kilometer angehen . Dann begannen bei mir die Qualen, mein linker Fuß meldete sich. Dieser machte mir in den vergangen Tagen immer wieder Probleme, im Bereich der dritten und vierten Zehe gab es bei jedem Tritt einen stechenden Schmerz. Ich hatte echt Bedenken, dass sich hier ein Ermüdungsbruch abzeichnen könnte. In dieser Situation absolut schlecht und für meine mentale Konstitution auch nicht gerade förderlich. Jedoch wollte ich erstmal abwarten. Dann lief es im leicht abfallen Gelände die nächsten vier Kilometer wieder ganz gut. In der Steigung Richtung Brocken meldeten sich dann die Schmerzen wieder zurück, zudem wurde dann das Gelände so steil das ich pro Kilometer acht Minuten benötigte. In diesem Augenblick meldete sich zu den Schmerzen mein Kopf mit dem Signal: "Das hat doch alles keinen Sinn, höre auf" Jetzt begann der Kampf gegen mich selbst! Aufgeben wollte ich nicht! Das Wetter war auch äußerst unangenehm mit 3°C Regen, Nebel, Schneegraupel und starke Windböen. Na das kann ja was werden....! Auf dem Brockengipfel kam ich kurz nach elf Uhr an. Ich konnte die Hand vor Augen nicht sehen, so dicht war der Nebel. Meinen Körper konnte ich mit warmen Tee und Energiegel am laufen halten. Nach dem Gipfel ging es in den Downhill und jetzt kam ich allmählich in den Flow, der Zucker der Energiegels zündete! Die Schmerzen waren wie weggeblasen, ich hatte jetzt knapp 50 Prozent der Strecke geschafft. Ab jetzt konnte ich Gas geben und Zeit gut machen, mental war ich auch wieder auf der Höhe. Kilometer um Kilometer verflog jetzt wie im Zeitraffer. Bei Kilometer 32 sah ich auf die Uhr und dachte mir, dass wird noch ein Ergebnis < 4 Stunden...! Als ich jedoch dann auf den letzten fünf Kilometer unterwegs war meldete sich mein Fuß wieder mit Schmerzen und ich musste etwas an Geschwindigkeit rausnehmen. Ich dachte mir aber, alles oder nichts, scheiß auf den Fuß. Es regnete in Strömen und es war kalt. Nach 4:02:19 Stunden erreichte ich den Zielbogen der Himmelspforte in Wernigerode. 

Montag heißt es erst mal zum Arzt gehen und den Fuß checken lassen. 

"Es war ein sehr harter, schmerzhafter aber schöner Lauf!"

Ich konnte mit der Zielzeit von 04:02:19 den 28. Platz in der Altersklasse M35 und den 172. Platz in der Gesamtwertung von 792 Startern auf der Marathonstrecke bei Deutschlands härtesten Marathon. Zusammengefasst ein guter und letzter Test vor der Durchquerung Fuerteventuras am 15.11.2016. Die Form stimmt! ich möchte mich hier nochmal für die gut organisierte Veranstaltung bedanken. Ein ganz besonderer Dank gilt meiner Familie die mich auch bei dieser Unternehmung unterstützt und bei diesen miserablen Wetterbedingungen ausgeharrt hat.

 

In den kommenden Tagen gibt es noch Photo von  der Rennstrecke. Diese könnt ihr hier einsehen.

Impressionen Wernigerode

Was ich unbedingt noch erwähnen muss:

"Wernigerode ist eine wunderschöne und historische Stadt, die es sich auf jedenfall lohnt zu besuchen. Hier trifft man auf nette und zuvorkommende Menschen in einer traumhaften Umgebung. Im Harz lässt sich es super kombinieren mit der Familie Urlaub zu machen und man hat immer die Möglichkeit die Traillaufschuhe anzuziehen und die Pfade des Harzes zu erkunden."

Ich würde mich freuen, wenn du mein Projekt mit einer Spende unterstützen würdest.

Ich hoffe Ihr fühlt euch immer gut informiert? Es würde mich sehr freuen wenn Ihr mir Feedback über meine Seite, die Berichterstattungen, den Blog geben könntet. 

 

Des Weitere möchte ich alle Leserinnen und Leser dazu auffordern, stürzt euch mit mir in das Abenteuer für den guten Zweck und spendet Geld für die DRF Luftrettung und die DKMS.

 

Es gibt einfach zu viele Menschen die dringend Hilfe benötigen.

 

Liebe Grüße euer Sebastian

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Kommentare: 1
  • #1

    Sascha (Dienstag, 11 Oktober 2016 11:17)

    Glückwunsch zum fast sub4h Finish :) Wir waren etwas länger unterwegs...

    Toll dass sich der Ermüdungsbruch nicht bewahrheitet hat...

    Gruß
    Sascha