Traildurchquerung Fuerteventuras Gesamtbericht

Trail Fuerteventura 5 days, 173,3 km, 4175 +hm

Mein Laufpartner Nando und ich starteten am 15.11.2016 von Berlin Schönefeld auf die Insel Fuerteventura um Diese von Nord nach Süd zu durchqueren.

Wir stiegen um 06:20 Uhr in das Flugzeug und schließlich kamen wir nach vier Stunden um 10:30 Uhr auf dem Airport Fuerteventura an. Man sollte wissen, dass zu dieser Jahreszeit im Gegensatz zu Deutschland die Uhr Stunde eine zurückgestellt werden muss. Am Flughafen angekommen, hatten wir dann bereits unsere erste Komplikation! Der Transferbus den ich gebucht hatte, kam einfach nicht! Es hieß also schleunigst eine Alternative zu organisieren. Gesagt getan, so trafen wir eine nette Spanierin, die uns half ein Shuttle zu besorgen. Nach einer Stunde hatte Sie es dann geschafft uns in einem Bus unterzubringen und so konnten wir unsere Reise nach Correlajo weiter fortsetzen. Während der Busfahrt kümmerte ich mich um die Kontaktaufnahme mit der Unterkunft in Correlajo, diese hatte ich über Air B&B gebucht. An dieser Stelle muss ich einmal ein ganz großes Lob an die Gastgeber aussprechen! Der Service und die Gastgeber über Air B&B sind einfach spitzenmäßig! Gegen 13:00 Uhr kamen wir mit dem Bus in Correlajo an und wurden sofort von unseren Gastgeber in Empfang genommen. Dort erhielten wir unser wunderschönes Apartment im Zentrum der Stadt. Nach einem Einkauf von Lebensmitteln und vor allem Wasser, machten wir uns auf einen Erkundungslauf, um zum Einen den Startpunkt des GR131 für die morgige Etappe zu finden und zum Anderen, um uns die Beine nach der langen Reise zu vertreten. Am Abend schlugen wir uns mit selbst gekochter Pasta den Bauch voll. Im Anschluss gingen wir früh zu Bett, wir waren ja schließlich schon seit 03:00 Uhr auf den Beinen und Morgen startet die Durchquerung. Irgendwie war ich die ganze Zeit etwas angespannt, denn mir bereitete das Wetter bezogen auf meinen Körper etwas SMein Laufpartner Nando und ich starteten am 15.11.2016 von Berlin Schönefeld auf die Insel Fuerteventura um Diese von Nord nach Süd zu durchqueren.

Wir stiegen um 06:20 Uhr in das Flugzeug und schließlich kamen wir nach vier Stunden um 10:30 Uhr auf dem Airport Fuerteventura an. Man sollte wissen, dass zu dieser Jahreszeit im Gegensatz zu Deutschland die Uhr Stunde eine zurückgestellt werden muss. Am Flughafen angekommen, hatten wir dann bereits unsere erste Komplikation! Der Transferbus den ich gebucht hatte, kam einfach nicht! Es hieß also schleunigst eine Alternative zu organisieren. Gesagt getan, so trafen wir eine nette Spanierin, die uns half ein Shuttle zu besorgen. Nach einer Stunde hatte Sie es dann geschafft uns in einem Bus unterzubringen und so konnten wir unsere Reise nach Correlajo weiter fortsetzen. Während der Busfahrt kümmerte ich mich um die Kontaktaufnahme mit der Unterkunft in Correlajo, diese hatte ich über Air B&B gebucht. An dieser Stelle muss ich einmal ein ganz großes Lob an die Gastgeber aussprechen! Der Service und die Gastgeber über Air B&B sind einfach spitzenmäßig! Gegen 13:00 Uhr kamen wir mit dem Bus in Correlajo an und wurden sofort von unseren Gastgeber in Empfang genommen. Dort erhielten wir unser wunderschönes Apartment im Zentrum der Stadt. Nach einem Einkauf von Lebensmitteln und vor allem Wasser, machten wir uns auf einen Erkundungslauf, um zum Einen den Startpunkt des GR131 für die morgige Etappe zu finden und zum Anderen, um uns die Beine nach der langen Reise zu vertreten. Am Abend schlugen wir uns mit selbst gekochter Pasta den Bauch voll. Im Anschluss gingen wir früh zu Bett, wir waren ja schließlich schon seit 03:00 Uhr auf den Beinen und Morgen startet die Durchquerung. Irgendwie war ich die ganze Zeit etwas angespannt, denn mir bereitete das Wetter bezogen auf meinen Körper etwas Sorge. Zuhause in Deutschland ' waren es -4 Grad Celsius und hier hochsommerlich warm mit 28°C und 85% Luftfeuchtigkeit. „Na das kann ja was werden“ und so schlief ich ein.orge. Zuhause in Deutschland ' waren es -4 Grad Celsius und hier hochsommerlich warm mit 28°C und 85% Luftfeuchtigkeit. „Na das kann ja was werden“ und so schlief ich ein. 

 

Am Dienstag den 16.11.2016 starteten wir den Tag nach elf stündiger Erholungsphase mit einem reichhaltigen Frühstück. Heute war der große T ag: "Start der Durchquerung Fuerteventuras von Nord nach Süd über 159 Kilometer " Aber so weit wollte ich noch nicht denken, "denn wenn du das als Trail-/ und UltraRunner machst, wirst du völlig kirre im Kopf!" Deshalb immer mit den Füßen auf dem Boden bleiben und in kleinen Schritten denken. Wir starteten gegen 09:15 Uhr mit unserer ersten Etappe, diese verlief über den GR131 von Correlajo nach La Olivia über eine Distanz von 23 Kilometer mit 500 Höhenmetern im Aufstieg. Die Strecke führte heraus aus Correlajo in die nordwestliche Steppe, ein Untergrund aus Lavagestein und Sand. Karger welliger Landschaftscharakter machte sich breit, hier und da mal ein Kugelbusch der durch den Wind über den Trail geweht wurde. Nach einiger Zeit verhaltenen Laufens kamen wir an Pferdegehöften und Ziegenfarmen vorbei. Für mich hieß es, wir nähern uns wieder der Zivilisation! Bei so einer Durchquerung heißt es zu taktieren, mit den Elementen zu spielen und Athlet, Ausrüstung eins mit der Gesamtsituation werden zu lassen. Deshalb war am Anfang Zurückhaltung angesagt um der Euphorie zu trotzen. Denn gerade zu Beginn geht es dir immer gut, jedoch wenn man gleich überpeaced, wird man es zum Ende büßen! Nach 2:40h erreichten wir La Olivia, ein schönes altes Dorf in der Steppe Fuerteventuras. Die erste Etappe war also geschafft, aber bei so einer Durchquerung ist immer etwas zu tun. So musste ich erst einmal telefonieren um Kontakt mit unserer Unterkunft herstellen, auch dies klappte prompt. Hierbei teilte mir die ältere Dame mit, dass Sie uns in 30 Minuten mit dem Auto an der Kirche abholen würde. Die verbleibende Zeit nutzte ich und Nando um unsere verschwitzten Klamotten in der Sonne ☀ zu trocknen und schon mal an einem Kiosk etwas zu trinken und ein paar Nüsse zu uns zunehmen. Nach einiger Zeit erschien die Dame dann mit ihrem grauen Pickup und wir wurden in die alte spanische Unterkunft transportiert. Auch hier muss ich wieder erwähnen, dass die spanische Gastfreundschaft einfach vortrefflich gut war. Diese Unterkunft hatte ich auch wieder über Air B&B gebucht. Alles klappte reibungslos. Nach einer erfrischenden Dusche gönnten wir uns eine Runde Schlaf. Danach ging die Arbeit/ Organisation auch schon weiter. Als Erstes stand das Waschen der Salz verkrusteten Laufbekleidung auf dem Plan, den schließlich sollte diese ja morgen wieder trocken sein. Zweitens müssten wir unter der Beachtung der spanischen Siesta (Geschäfte von 13:00 - 17:00 Uhr geschlossen) noch Lebensmittel für das Abendessen und das Frühstück sowie Wasser für die morgige Etappe besorgen. Als dies abgeschlossen war, kreierte Nando "Chefkoch" ein leckeres Abendessen. Zum Schluss stand nur mehr Regeneration und ein ausgiebiger Nachtschlaf auf der Agenda. 

 

Am Morgen des 17.11.2016 klingelte der Wecker um sieben Uhr und wir nahmen ein proteinreiches Frühstück zu uns. Ich hatte gut geschlafen und freute mich auf den Tag. Heute galt es die zweite Etappe von La Olivia nach Betancuria zu absolvieren. Nachdem wir unsere Laufklamotten und Ausrüstung angelegt hatten, gingen wir die Distanz von 34 Kilometer mit 900 Höhenmetern im Aufstieg demütig an. Wie gesagt, ich war vorher noch nie auf Fuerteventura und ich kannte die Strecke lediglich von der Karte und von Satellitenbildern. Mal sehen wie sich diese Etappe in der Realität darstellen wird. Wir liefen um 09:00 Uhr los, anfangs gestaltete sich das Streckenprofil flach bis leicht wellig, so dass wir erst einmal gut vorankamen. Es lief je der wie besprochen sein eigenes Tempo, in einem Meer aus Steinen und Geröll. Dann stellte uns der Wind jedoch auf die Probe, wir hatten Gegenwind, gefühlte 40 km/h. Dies ist in solch einer Situation gar nicht gut für den Kopf und auch nicht für den Energiehaushalt, an ein zügiges vorankommen war nicht zu denken. Dieser Etappenabschnitt hatte etwas mystisches, wir liefen am Sperrgebiet des Montana de Tindaya vorbei. Der Tindaya ist der heilige Berg der Altkanarier, hier befand sich die Opferstätte zur Verehrung von Göttern und Hexen. Jedoch ist dieser Berg nur mit Genehmigung der spanischen Regierung zu besteigen, da hier in vergangener Zeit immer wieder Grabräuber ihr Unwesen getrieben hatten. Ende des zweiten Streckendrittels nahm das Profil wieder an Steilheit zu und der Wind flaute ab. Die Energieversorgung klappte gut und der Körper machte seinen Job. Im letzten Drittel der Etappe erhob sich eine Steile Rampe von 600 Höhenmetern im Aufstieg, die es zu bewerkstelligen galt, bis es dann schlussendlich in einem drei Kilometer langen Downhill hinab in die Ortschaft Betancuria ging. Nach 4:05h hatten wir die zweite Etappe der Inseldurchquerung geschafft. Es war ein gutes Gefühl, doch die Hitze hatte dennoch an meinem Körper gezehrt, an meinem linken Fuß hatte ich mir bestimmt eine Blase gelaufen. "Füße hochlegen wäre jetzt gut" Jedoch hatte ich dazu keine Zeit, an oberster Stelle stand jetzt wieder die Kontaktaufnahme mit unserer Unterkunft. Zum Glück funktionierte auch das wieder ohne größere Mühe, heute Abend sollten wir in einer 600 Jahre alten spanischen Villa nächtigen. Die Unterkunft lag zentral im Ortskern und das Gute daran war, Diese war gleich in eine Taverne integriert! Also gönnten wir uns erst einmal einen Kaffee, 2 Flaschen Cola und eine riesengroße Portion spanische Tortilla um unsere Kohlenhydratspeicher wiederzufüllen. Im Anschluss folgte eine schmerzhafte aber erfrischende Dusche. Daraufhin führte ich eine Generalinspektion meines Körpers durch. Resultat, eine Spielei große Blase am linken, eine kleine Blase am rechten Fuß und meine Schultern waren durch die Salzkristalle des Schweißes im Bereich der Laufweste aufgescheuert. Bei meinem Partner sah es an den Füßen nicht besser aus und so war die gegenseitige Wundversorgung angesagt. Heute musste der Chefkoch ja nicht arbeiten und so gingen wir gleich zur Ausrüstungspflege über, was weg ist, ist weg! Daraufhin hieß es erst mal bis zum Abendessen die Füße hochlegen. Zu abendlicher Stunde genehmigten wir uns noch ein deftiges spanisches Mahl dazu ein kleines Bierchen und wir fielen in den Tiefschlaf.


An diesem Freitag wurden wir von alleine um 07:00 Uhr wach, der Schlaf war erholsam und gut gewesen. Unsere Gastgeber bereitete uns ein gutes Frühstück (kostenlos ) hierfür möchte ich nochmals meinen herzlichen Dank aussprechen! Nach dieser Mahlzeit stand einem guten Start in die dritte Etappe ja nichts mehr im Wege...?! Jedoch hatte ich vor dem heutigen Tag großen Respekt, schließlich handelte es sich um eine 44 Kilometer, gewürzt mit 1550 Höhenmetern lange Gebirgsetappe. Die längste der Inseldurchquerung noch dazu. Aber jetzt keine Trübsal blasen, so starten wir von Betancuria nach La Pared. Das Streckenprofil des ersten Drittels gestaltete sich als äußerst wellig, die Sonne brannte und alles fühlte sich an wie in einem Backofen. Bergauf bergab wies uns das GPS den Weg, aber gefühlt ging es auch in den Flachstücken dieser Mondlandschaft immer leicht bergauf. Ab Kilometer 24, einen Halbmarathon hatten wir bereits hinter uns, ging es steile Felspassagen im absturzgefährdeten Gelände hinauf. Ab jetzt hieß es, Höhenmetern fressen, es wird weh tun! Ganz getreu dem Motto: "Ein Sturz kommt nicht in Frage!" Zum einen wäre dieser tödlich oder zumindest mit lebensbedrohlichen  Verletzungen ausgegangen und zum anderen hätte uns fernab jeglicher Zivilisation niemand gefunden. Aber ich hatte keine Zeit und keine Energie über so etwas nachzudenken, geschweige denn wollte ich es auch nicht! „Mach einfach konzentriert deinen Job, dann passt das schon!“ Nachdem wir den Gebirgszug überwunden hatten, ging es im Downhill in eine Flachebene aus Vulkangeröll. Wir sollten unser Disaster erleben, denn wir passierten die Ortschaft La Hermosas in der ich in meiner logistischen Planung vorab einen Supermarkt ausgekundschaftet hatte, um dort unsere Flüssigkeitsvorräte wieder zu ergänzen. Als wir mit fast erschöpften Wasservorräten die Position des Supermarktes erreichten, mussten wir feststellen, dass Dieser nicht mehr existent war. Der mentale Zusammenbruch! Die Wasserressourcen lagen bei zwei Prozent und wir hatten noch 15 Kilometer zu laufen! Bei diesen Umgebungstemperaturen war das in diesem Moment der mentale FuckUp! Ist das das Ende der Inseldurchquerung Fuerteventuras? Denn mit diesem Flüssigkeitsdefizit werde ich die anderen Etappen nicht laufen können, geschweige denn ob ich diese überhaupt abschließen werde? Wütend, traurig und durstig sind wir weiter Richtung La Pared gelaufen, bis uns zwei Kilometer nach dem Supermarktdesaster eine spanische junge Frau auffiel. Nando sprach diese an, ob Sie etwas Wasser für uns hätte? Sie bejahte die Frage und brachte uns einen großen sechs Liter Kübel Wasser, wir ließen uns auf den Boden fallen und hydrierten uns und unsere Trinkblasen. Es entwickelte sich ein nettes Gespräch und wir erzählten ihr was unser Vorhaben sei. Daraufhin sagte die Frau wir sollen ja warten, dieser Anweisung leisten wir folge. Nach zwei, drei Minuten kam sie mit Bananen, Elektrolytgetränken und Fruchtsaft um uns zu verköstigen. Wir durften auch erst aufstehen als wir alles aufgegessen und ausgetrunken hatten. Das nenne ich einmal Gastfreundschaft und Rettung in letzter Sekunde! Im Anschluss daran, machten wir uns auf die letzten anstrengenden Kilometer nach La Pared. Frisch gestärkt sollten diese aber auch nicht einfacher werden. Meine Beine fühlten sich an als wären es Betonpfeiler und die Hitze war weiterhin unerträglich, dazu kamen dann noch Krämpfe. Schließlich kam ich zusammen mit meinem Laufpartner völlig desorientiert am Ende meiner Kräfte in La Pared an. Es ging dann irgendwie auf dem kürzesten Weg in den Bungalow und ich musste mich erst mal in eine waagrechte Position begeben. Nach einiger Zeit wurde ich wieder klar im Kopf und schleppte mich unter die Dusche, danach ging es wieder einigermaßen. Am Abend suchten wir noch einen Supermarkt auf um wieder Wasser und Lebensmittel zu bunkern. Dann war der. Chefkoch für die Verköstigung gefragt. Wir aßen und tranken aus Leibeskräften um die Kohlenhydratspeicher irgendwie wieder aufzufüllen, dann sanken wir in den Schlaf. Jedoch war die Nacht alles andere als schön, die mentalen Strapazen die ich an diesem Tag durchlebt hatte sollte ich in meinen Träumen nochmals verarbeiten dürfen. Es war eine von körperlichen Schmerzen und Alpträumen geplagte Nacht. 

 

Am Samstag des 19.11.2016 wurden wir von selbst gegen 08:00 Uhr wach. Beim aufstehen fühlte ich mich trotz der unruhiger Nacht eigentlich ganz fit. Wir wollten alles erst einmal ruhig angehen lassen, denn heute war die Etappe von La Pared nach Morro Jable mit ihren 29 Kilometern etwas kürzer, jedoch war auch diese mit 600 Höhenmetern nicht gerade flach. Aber jetzt wollten wir erst einmal Frühstücken, gebackene Bohnen, Brot und zwei Spiegeleier sollten wieder gute Dienste leiten. Getreu dem Motto: „never touch a running system!“. Als wir das Frühstück beendet hatten, schulterten wir unsere Ausrüstung. Noch schnell einen halben Liter Wasser trinken und dann sollte es auch schon losgehen. Um 09:55 Uhr starteten wir in die Etappe. Es begann flach und nach ca. drei Kilometern startete der Abschnitt „Wüste“ laut Karte, ein ca. 15 Kilometer langer Sandabschnitt, vor dem ich etwas Schiss hatte! Denn Sand als Untergrund hat den Nachteil, das du einen Schritt nach vorne läufst und gefühlt zwei Schritte zurück. Dies macht dich dann nicht nur körperlich müde, sondern es demoralisiert ungemein. Es sollte jedoch alles anders kommen. Nach den bereits von mir etwas verhalten gelaufenen drei Kilometern, tauchte ich in die Sandpiste ein. Es lies sich ganz passabel auf dem sandigen Untergrund vorankommen und ich merkte das meine Beine sehr gut in Schuss waren und die versorgten Wunden an meinen Füßen keine Probleme bereiteten. Also gab ich Gas um Strecke zu machen. Ich kam gut voran, Nando war ein ganzes Stück außer Sichtweite hinter mir! Machte aber nix, denn jeder läuft sein Tempo, so lautete die Abmachung! Auf der Saharastrecke lief es richtig gut, auch wenn es nach schönen Downhills immer mal wieder wellig bergauf ging, kam ich schwungvoll voran und so verflogen die Kilometer wie im Nu. Bei Kilometer 20 erreichte ich Ostküste Fuerteventuras, ab hier begann der letzte Abschnitt der heutigen Etappe. Jetzt besorgte ich für mich und Nando an einem Kiosk kalte Getränke. Als der Kauf abgeschlossen war erreichte mich auch mein Laufpartner. Wir gönnten uns kurz fünf Minuten für das kühle Getränk, eine Wohltat, denn die Sonne lachte bereits wieder mit gefühlten 40°C. Im Anschluss machten wir uns auf die restlichen Kilometer entlang der Küstenlinie. Die Strecke führte zuerst steil bergan auf ein Plateau und so ging es in einer ständigen Berg und Talfahrt über gut neun Kilometer bis nach Morro Jable. Diesen Ort erreichten wir nach einer Gesamtzeit von 3:46h. Darauffolgend machten wir uns auf die Suche nach unserem Hotel Barcelo Jandia Mar, dies sollte uns die nächsten Tage als Basislager dienen. Ein kurzes Nachfragen bei einigen Passanten, wies uns schlussendlich den Weg und so checken wir ein. Dann hieß es erst einmal raus aus den Salzklamotten und ab in den Pool! Diese Erfrischung war super, hatte aber auch einen schmerzhaften Beigeschmack. Nach dem Eintauchen in das kühle Nass, meldeten sich sofort meine Blasen an den Füßen und die offen Scheuerstellen von der Laufweste am Rücken zu Wort. Scheiß drauf, Spaß hat seinen Preis dachte ich mir und genoss das Bad. Den restlichen Tag verbrachten wir mit essen, Flüssigkeit wieder nachzufüllen und zu regenerieren. Sehr früh am Abend fielen uns dann die Augen zu und wir versanken im Tiefschlaf. 

 

Sonntag der Finaltag! Wir wachten gegen 08:30 Uhr auf, heute konnten wir es ruhig angehen lassen. Den Etappenstart terminierten wir auf 11:30 Uhr, da wir das Ganze mit dem Busfahrplan in Übereinstimmung bringen mussten. Also gingen wir erst einmal ausgiebig ans Frühstücksbuffet des Hotels und führten dem Körper feste Nahrung zu. Wenn man seit vier Tagen, tagsüber nur süße Energiegels gegessen hat, kommt einen schon der Würgereiz wenn man nur daran denkt! Wir genossen die Vielfalt am Buffet, gegen 11 Uhr bereiteten wir uns auf den Start vor, zogen unsere Klamotten an, checkten nochmals die Ausrüstung und liefen um 11:30 Uhr pünktlich los. 24 Kilometer und fast 500 Höhenmeter standen heute auf dem finalen Programm. Zu Anfang liefen wir durch die Touristenmeile von Morro Jable bis wir schlussendlich nach ca. fünf Kilometern wieder in der Einsamkeit der Vulkanlandschaft verschwanden. Wir kamen in der welligen Geröllwüste zügig voran, als ich bei Kilometer zehn erstmals unser Ziel in Augenschein nehmen konnte. Ich sag ganz in der Ferne den Leuchtturm Faro Punta Jandia, aber es sollte noch ein langer Weg werden. Die Strecke wurde immer welliger und das ständige Auf und Ab zehrte ganz schön an der körperlichen und vor allem an der mentalen Substanz. Was in einer solch Situation noch dazukommt ist, man kommt vom Tempo her gefühlt einfach nicht vorwärts. Zu allem Übel hatten wir auch noch Gegenwind auf der Nase, was nicht gerade zu einer Erleichterung beitrug. Ich dachte mir aber, es kann und wird dir keiner mehr nehmen, den Leuchtturm zu erreichen! Außer ich falle tot um, so biss ich die Zähne zusammen und nutze meine Vorfreude, um alles irgendwie in ein positives Gefühl zu wandeln. Ich schaltete meine Gedanken einfach aus und setzte stumpf einen Schritt nach dem anderen. Nach 03:05h erreichten wir um 14:36 Uhr (15:36 Uhr deutscher Zeit) den südlichsten Punkt der Insel Fuerteventuras und somit das Ziel unserer Durchquerung von Nord nach Süd. 

„A dream comes true!“

 

Es war einer meiner emotionalsten Momente im Sport, Tränen flossen mir über das Gesicht als ich die Deutschlandflagge aus meiner Laufweste zog und sie mit beiden Händen über meinen Kopf erhob. All die Anstrengung, all der Schmerz, die Entbehrungen, die Disziplin, einfach alles hatte sich gelohnt! Es war großartig und ich kostete den süßen Geschmack meines erarbeiteten Erfolgs zusammen mit meinem Laufpartner Nando in vollen Zügen. Wir verbrachten gut zwei Stunden am Leuchtturm, ich machte Fotos, drehte Videos und informierte die mediale Welt via Facebook, Instagram über den erfolgreichen Abschluss des Abenteuers für den guten Zweck. Dann kam gegen 16:00 Uhr der Bus der uns zurück in unser Hotel bringen sollte, wir stiegen ein. Aber es wäre ja kein Abenteuer wenn alles glatt laufen würde... Wir saßen ca. 10 Minuten im Bus und es stiegen noch andere Passagiere zu, dann versuchte der Busfahrer den Bus zu starten, jedoch auch nach mehreren Versuchen ohne Erfolg. Alles erschien mir etwas skurril. Parallel dazu telefonierte ich mit der Hotelrezeption um ein Taxi für die Rückfahrt zu organisieren. Sicher ist sicher! Denn in einer Stunde sollte es dunkel werden. Jedoch teilte mir die Rezeption mit, dass zu diesem Punkt kein Taxi der Insel fahren würde. Mir schwante Böses, wenn wir zurücklaufen müssen, sind wir am Arsch! Das wären dann 46 Kilometer Tagesleistung mit gut 1000 Höhenmetern! Das Ganze ohne Trinkreserven und keine Nahrung mehr dabei! Im gleichen Atemzug teilte mir der Busfahrer nach meinem Telefonat auf englisch mit, dass der Bus nicht mehr fahrtüchtig sei und er sich jetzt von seiner Frau abholen lassen würde! Ich fragte Ihn was denn mit uns wäre? Mit zuckenden Schultern verließ er den Bus. Na cool...! Ich war sauer, zum explodieren wütend, was ich aber im meiner angespannten Situation nicht mitbekommen hatte ist, dass Nando mein Laufpartner etwas organisiert hatte. Er klopfte mir auf die Schulter, und sagte: „ Bleib locker ich hab da mal was vorbereitet!“. So nahm uns ein polnisches Pärchen das auf der Rückfahrt vom Leuchtturm nach Corralejo war mit nach Morro Jable. Rettung mal wieder in letzter Sekunde! Zum Abend kamen wir dann in Morro Jable an und ich sprang unter die Dusche, denn ich wollte nur eines, essen! Ich hatte schließlich seit dem Frühstück keine feste Nahrung mehr zu mir genommen. Als ich dann wenig später am Essenstisch saß und wartete bis Nando vom Buffet wieder kam, sah er mich an und fragte verwundert: „was ist denn mit dir passiert?“ Mir war kotzübel und hatte Schüttelfrost. Mir war gar nicht mehr nach essen! Ich schleppte mich auf unser Zimmer, dann brach mir der Kreislauf weg und ich fiel in einen 14 stündingen komatösen Schlaf. So wachte ich am nächsten Vormittag gegen 10 Uhr völlig orientierungslos auf. Alle Last und Anspannung sind von meinen Schulter abgefallen, da macht der Körper schon mal die Grätsche! 

Resultate

Schlussendlich haben wir bei der Inseldurchquerung Fuerteventuras von Nord nach Süd in fünf Etappen eine Strecke von 173,03 Kilometer mit 4175 Höhenmetern im Aufstieg und 4075 Höhenmeter im Abstieg bewältigt. Hierfür benötigten wir eine reine Laufzeit von 20 Stunden 24 Minuten 29 Sekunden.

Seit 01.05.2016 bis zum 20.11.2016 konnte ich so eine Gesamtkilometerleistung 1377 Kilometer erreichen.

Dies bedeutet von meiner Seite einen Spendenbetrag für:

 

DRF- Luftrettung 138,00€

DKMS 138,00€ 

 

Download
Abschlussbericht Trailrunning Durchquerung Fuerteventura 2016
Detaillierter Bericht zur 173,3km Durchquerung der Insel Fuerteventura
Abschlussbericht Fuerteventura.pdf
Adobe Acrobat Dokument 769.8 KB

Ein Abenteuer für den guten Zweck!

Ich hoffe hiermit kann ich euch nochmal motivieren und liebevoll auffordern für den guten Zweck zu spenden, denn jede Spende zählt! 

 

Jede Spende zählt...!!

Meine Unterstützer:

Ich hoffe Ihr fühlt euch immer gut informiert? Es würde mich sehr freuen wenn Ihr mir Feedback über meine Seitedie Berichterstattungen, den Blog geben könntet. 

 

Des Weitere möchte ich alle Leserinnen und Leser dazu auffordern, stürzt euch mit mir in das Abenteuer für den guten Zweck und spendet Geld für die DRF Luftrettung und die DKMS.

 

Es gibt einfach zu viele Menschen die dringend Hilfe benötigen.

 

Liebe Grüße euer Sebastian

Kommentar schreiben

Kommentare: 2
  • #1

    Elizabet Luoma (Mittwoch, 01 Februar 2017 23:22)


    Ahaa, its pleasant conversation on the topic of this paragraph at this place at this web site, I have read all that, so now me also commenting here.

  • #2

    Lesli Cowgill (Donnerstag, 02 Februar 2017 18:01)


    I was suggested this web site by my cousin. I am not sure whether this post is written by him as nobody else know such detailed about my difficulty. You're wonderful! Thanks!