Rennbericht K85 Heart of the Alps

Trail Running Festival Innsbruck 2017 der Rennbericht

Am Freitag den 28.04.2017 fuhr ich zusammen mit meiner Frau und meiner Tochter nach Innsbruck um am dortigen Trail Running Festival teilzunehmen. Als wir München passierten, hüllte sich die Landschaft in einen weißen Mantel. Es schneite was das Zeug hielt. Ich dachte mir: das kann ja was werden, Mutter Natur wird mir schön einen einschänken... So flatterten auch schon die ersten Meldung über Facebook ein. STRECKENÄNDERUNG !! ÄNDERUNGEN der PFLICHTAUSRÜSTUNG!!

Ausrüstungskontrolle und Startnummernausgabe

Als wir in Innsbruck dann endlich am Nachmittag  angekommen waren, ging ich zur Ausrüstungskontrolle und zum abholen der Startnummer. Alles natürlich bei angenehmen 3°C und Schneeregen! Ein wirkliches Vergnügen. Jedoch gelobte die Wetterprognose für den Samstag Besserung. Als ich mit dem ganzen organisatorische Prozedere fertig war, gingen wir in die Unterkunft um dort meine Ausrüstung für den Renntag final vorzubereiten und mit meiner Familie den morgigen Support zu koordinieren.

RACEbriefing

Um 19:45 Uhr des Rennvorabends gab es bei der Rennbesprechung die aktuellen Informationen zur Wettersituation und zu allen anderen Besonderheiten. Diese sahen nicht gerade rosig aus. Die aktuelle Lawinenlage hatte eine komplette Streckenänderung zur Folge. Was im Umkehrschluss hies, das die Strecke kürzer und flacher wurde. Nicht gerade gut für meine Bedürfnisse!  Dies warf natürlich meine komplette logistische Vorplanung über den Haufen! Aber was soll´s wir werden die Sache schon irgendwie rocken! Das einzig positive war, das der Start von ursprünglich 04:00 Uhr auf 06:00 verlegt wurde.. Mit diesen Informationen marschierte ich dann in unsere Unterkunft und unterrichtete meine Familie. Danach hielten wir Rat. Als alles besprochen war ging ich zu Bett.

RACEDAY

Um 06:00 Uhr des 29.04.2017 fiel auf dem Landestheaterplatz Innsbruck der Startschuss für den K85 Trailrun. Es war bitter kalt und feucht! Mein Körper hatte zu Anfang erhebliche Probleme die benötigte Energie bereitzustellen! Aber nach ca. 2 Kilometer ging es an der Hungerburg steil bergauf und so wurde auch mir ordentlich warm! Die Strecke war matschig, nass und schneebedeckt, hier zahlte sich meine lange Laufbekleidung und vor allem die neue GoreTex Jacke der Firma Mammut aus. 

Ich kam gegen 07:10 Uhr an der ersten Verpflegungsstelle nach gut 10km beim Höttinger Bild an. Dort fand ich einen super organisierten Rastpunkt vor, an dem ich meinem Körper durch warmen Tee wieder Energie einhauchte. Weiter ging es in Richtung Südosten bergauf bergab durch den Schneematsch. Hier konnte ich gerade im Downhill gut Strecke machen und erreichte 08:15 Kranebitten. Weiter führte die Strecke dann zum Teil über Asphalt nach Birgits. Ab dann ging es endlich wieder in den Wald. Denn Asphalt ist der absolute Killer für die Knochen!

Der Trail führte mich über schmale Waldwege weiter in Richtung Nordosten 25 Kilometer hatte ich jetzt bereits zurückgelegt. Der Wind frischte auf und gerade in den Flachstücken des Waldes sowie auf den offenen Feldern kühlte ich ordentlich aus. Das kostet zusätzlich Energie. Bei Trail Running ist es immer ein Tanz auf Messers Schneide, führst du zuviel Nahrung zu bekommst du Magenprobleme, bei zu wenig Nahrung fällst du in ein energetisches Loch. Also versuchte ich die Energie mit Traubenzucker zu pushen! Dies gelang mir auch und allmählich erübrigte sich auch das Kältegefühl. 

Ich arbeitete mich steile Abschnitte durch den Wald hinauf, hier leisteten mir meine Stöcke sehr gute Dienste. So langsam wurden die klimatischen Bedingungen angenehmer, da die Sonne begann zu scheinen. Das tat gut. 30 Kilometer lagen jetzt hinter mir und der erste positive Motivator begann in mein Kopf zu brennen. In fünf Kilometern würde ich meine Familie sehen und dann gibt es trockene Kleidung und Schuhe! Beflügelt von diesem guten Gefühl ging die Achterbahnfahrt weiter in Richtung Innsbruck Bergisel. Die Trails wurden jetzt flacher und führten über Bergwiesen entlang durch die wunderschöne Sillschlucht, ein absoluter Traum.

Halbzeit, ab jetzt läuft die uhr rückwärts

Gegen 10:00 Uhr kam ich an der Verpflegungsstation Bierstindl bei Kilometer 37 an und wurde voller Sehnsucht von meiner Frau und meiner Tochter erwartet. Ich wechselte die nassen Klamotten und Schuhe, eine Wohltat. Dann füllte ich mein Flüssigkeitsvorräte auf, aß eine Kleinigkeit und trank ordentlich warmen Tee. Nach ein paar motivierenden Worten und einem Kuss machte ich mich weiter auf die Reise. Die Sonne hatte jetzt eine schöne und kräftige Ausstrahlung, was für die Muskulatur eine Wohltat war. Die Kilometer verfolgen, es blieb weiter flach und die Strecke führte mich durch Innsbruck über die Olympiabrücke. Dann stieg das Gelände wieder etwas an und der Asphalt nahm sein Ende. Gott sei Dank! Schmale Trails bergauf bergab brachten die gewünschte Abwechslung. 

Nach 55 Kilometern erreichte ich den Ort Hall in Tirol, an der dortigen Verpflegungsstelle hielt sich meine Familie wieder bereit um zu sehen wie es mir geht. Mir ging es hervorragend, die Strecke bei diesem Trail Wettkampf ist hervorragend markiert, die Verpflegungsstellen sind super, mein Körper spielt auch mit und mein Geist ist voller positiver Energie. Was will ich mehr...? Nach einer kurzen Umarmung und einen Satz neuer Getränkeflaschen zog ich von Tannen. 

Jetzt erstreckte sich die Strecke von Hall über Taur nach Rechenhof an der ostwertigen Seite der Innsbrucker Nordkette über eine Länge von 15 Kilometern bis es dann über die Hungerburg zurück ans goldene Dachl von Innsbruck ins Ziel gehen würde. Die Sonne hatte jetzt ordentlich Kraft und es machte sich bezahlt, das ich auf eine kurze Hose gewechselt habe, alles andere wäre jetzt zu warm geworden. Mein Körper fühlte sich kräftig an und so konnte ich jetzt wieder einige Athleten hintermir lassen die mich zu Anfang des Rennens überholt hatten. Ein gutes Gefühl! Jetzt hies es Entspurt über die letzten zwei Kilometer bis zum Finish.

finish from the heart of the alps

Um 15:13 Uhr durchlief ich nach 9 Stunden und 13 Minuten die Ziellinie des K85 Heart of the Alps in Innsbruck. Ich war super glücklich den Start in die Trail Running Saison 2017 erfolgreich gemeistert zu haben. Es hat sich gezeigt, dass ich mit der Trainingsplanung zusammen mit Julia Böttger den richtigen Weg gehe, das der Körper mit den Strapazen gut umgehen kann und so freue ich mich auf die weitere Saison 2017.

fazit

Meine Planung für den K85 war es die Ziellinie in unter 12h zu erreichen und 4 Punkte für den Ultra Trail du Mont Blanc in Chamonix zu holen. Auf Grund der Witterungsverhältnisse wurde die Strecke gekürzt und so standen am Ende 72 Kilometer mit 2500 Höhenmetern im Anstieg in einer Zeit von 09:13:51 auf meiner Uhr . Also Ziel erreicht! Ich möchte noch einen ganz besonderen Dank an meine Familie für den großartigen Support und an meine Unterstützer wie der Firma Mammut, den  Laufladen Erfurt und GPS- Live- Tracking aussprechen! Des Weiteren möchte ich mich beim Team der Laufwerkstatt Innsbruck für die tolle Organisation und das Sicherheitsbewusstsein bei dieser Veranstaltung bedanken! 

Jede spende zählt!

Es würde mich und die Kinder des Jugendhauses MAXI in Erfurt sehr freuen wenn du uns mit einer Spende unterstützt.

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